Die Produktion "Magia Flamenca" machte sich in den vergangenen Jahren einen Namen in und ausserhalb Spaniens durch die Teilnahme vieler der bedeutendsten Flamencosolisten in
einem innovativen Rahmen. Es ging darum, die Stars anstelle der üblichen Soloauftritte in ein gemeinschaftliches, integratives Konzept einzubinden. So waren von 2001 bis 2003 dabei Belén Maya, Gerardo Núnez, Carmen Cortés, Israel Galván, Arcangel u.a. Künstler. Für das Jahr 2003 als offizielles Aushängeschild andalusischer Kunst von der andalusischen Regionalregierung für die
„Andalusischen Wochen“ gewählt, wurden für 2005 nun zwei der bedeutendsten Repräsentanten des eher traditionellen Flamencotanzes beiderlei Geschlechts ausgesucht, um ihre Künste gemeinsam zu entfalten: Juana Amaya und Joaquín Grilo. Die Tänzerin aus Sevilla, die mit 9 Jahren (!) ihren ersten Tanzpreis gewann, dürfte durch ihre Auftritte auf den grössten Festivals und sogar vor dem Papst im Petersdom genaus bekannt sein wie ihr männlicher Gegenpart Joaquín Grilo. Der Tänzer
aus Jerez de la Frontera ist den Flamencofans quer über den Globus bekannt als exklusiver Tänzer des Paco-de-Lucía-Septetts, der nun auch als Solist mit eigenem Ensemble auftritt. Juana Amaya und El Grilo treten nun erstmals gemeinsam auf in einer Performance, in der sie einander herausfordern, aufeinander eingehen oder sich gegeneinander stellen. Die Tänzer insbesondere treten nicht
nur, wie es Tradition ist, in Solotänzen auf, sondern interagieren mit Gitarristen, Sängern und Perkussionisten. Durch die aus der Jazzmusik bekannten Frage- und Antwortspiele wird eine erweiterte Form der Kommunikation zwischen Musikern und Tänzern als auch zwischen den zeitgleich auftretenden Tänzern selbst ermöglicht. Rhythmen oder Melodien werden einander zugespielt und weiterentwickelt - "music in the making", wie John McLaughlin es einmal ausdrückte. Der
künstlerische Leiter des Projektes José Antonio Camacho „El Piripi“, der auch für die wohl populärsten Flamenco-tanzstars Joaquín Cortés und Antonio Canales arbeitet, machte folgende Erfahrungen: „Es war eine große künstlerische, aber auch menschliche Herausforderung, diese starken Individualisten in einem Projekt zusammenzubringen; schliesslich ging es darum, die Erwartungen und Energien jedes Einzelnen darauf auszurichten, etwas grossartiges Neues entstehen zu
lassen. Jede Szene ist speziell für Magia de Maestros in Kooperation von Choreographen und teilnehmenden Tänzern und Musikern entwickelt worden, um jene notwendige Motivation zu erzeugen, die die Voraussetzung für wahre Kreativität ist.“ |