Tarmuz - Konzept
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"Tarmuz" basiert auf einer der tiefgründigsten und opulentesten Erzählungen der Sheherazade, der "Stadt aus Messing". Nach diesem Ort sucht eine Gruppe von Gesandten im Auftrag des Kalifen, um dort die geheimnisvollen Geister - die Dschinn - aufzuspüren; und hier begegnen sie der überirdisch schönen Königin Tarmuz. Einige Höhepunkte dieser Erzählung wurden ausgewählt als Grundlage für ein Drehbuch, das auf Einzel- und Fusionsdarbietungen von Musik und Tanz fokussiert ist.

Tarmuz gilt als Sinnbild der Verführbarkeit des Menschen schlechthin und stellt in der Bühnenadaption einen der gesuchten Dschinn dar; die beiden anderen symbolisieren die Idee des Ungehorsams bzw. der Unsterblichkeit und werden jeweils von einer Tänzerin dargestellt. Durch die Gesandten des Kalifen gezwungen, müssen sie ein Pfand ihres Tanzes in eine “magische” Vase abgeben, stellvertretend für den Verlust ihrer Freiheit. Mit List, Leidenschaft und Klugheit versuchen sie, der Gefangenschaft zu entrinnen. Ob es ihnen gelingt, bleibt bis zum Schluss offen und hält die Gesandten des Kalifen gemeinsam mit dem Publikum in Spannung.

Drei verschiedene Kulturkreise begegnen einander: Kathak, orientalischer Tanz und Flamenco sind einerseits in ihrer reinen Form zu erleben und lassen puristische Anhänger der Stile voll auf ihre Kosten kommen. Dabei stehen der leidenschaftliche orientalische Tanz und der spannungsgeladene Flamenco für die Vitalität und das Aufbegehren gegen Zwänge und Unfreiheit. Wohingegen die spirituelle Schönheit des indischen Tanzes interpretiert wird als subtile Auseinandersetzung mit dem menschlichem Schicksal und schließlich der Ergebung darin.

Zugleich gelingt die Fusion der drei Musik- und Tanzstile: In atemberaubend schöner Verschmelzung wird ein intensiver, farbenprächtiger Spannungs -bogen zwischen reinen Instrumental- als auch Tanzstücken erzeugt; dabei werden sowohl einstudierte als auch improvisierte Elemente sichtbar, etwa die faszinierende Darstellung der vierarmigen indischen Göttin Kali. Es ist mitzuerleben, wie Künstler verschiedener und doch verwandter Kulturen sich aufeinander zubewegen, wie sie sich unvoreingenommen dem jeweils Anderen öffnen und gemeinsame Formen finden.

Gleichzeitig setzt diese Kulturenbegegnung ein Zeichen für die Wichtigkeit des Aufeinanderzugehens von Orient und Okzident und erinnert an Gemeinsamkeiten durch die Schaffung von grenzberschreitender Schönheit, welche erst durch die Besinnung auf die eigenen Wurzeln ermöglicht wird.